Maßnahmen in der Katholischen Kirche in der Region Hannover gegen die Ausbreitung des Corona-Virus

Entsprechend der Anordnung vom Hildesheimer Generalvikar Martin Wilk werden bis auf Weiteres alle Gottesdienste in den 23 Pfarrgemeinden mit ihren 60 Kirchorten ausgesetzt. Kirchenrechtlich ist es von Bedeutung, dass Bischof Heiner Wilmer alle Katholikinnen und Katholiken im Bistum vom der sogenannten „Sonntagspflicht“, also der Weisung an den Sonntagen und den geboten Feiertagen an der Eucharistie teilzunehmen, für diesen Zeitraum befreit hat. Einzelne Pfarreien oder auch das Kloster Cella Benedikt in Hannover übertragen ihre ohne weitere Gottesdienstteilnehmer gefeierten Heiligen Messen im Internet.
Bis zu den Sommerferien werden alle Feiern der Erstkommunion und Firmungen ausgesetzt. Stattfinden werden jedoch Beerdigungen. Dabei müssen jedoch die von den zuständigen Behörden geltend gemachten Bedingungen eingehalten werden (möglichst kleiner Rahmen, Führen von Namenslisten, Sicherheitsabstand der Teilnehmenden und vor allem, dass Personen, die zur Risikogruppe gehören, nicht an Beerdigung teilnehmen sollten).
Die Kirchen sind für das private Gebet weiter geöffnet: Alle Kirchen in der Region Hannover verlässlich zu den bisherigen Gottesdienstzeiten. Ein Großteil der Kirchen öffnen ihre Türen für mehrere Stunden am Tag für Menschen, die ein Gebet sprechen oder eine Kerze anzünden möchten. Gleichzeitig bemühen sich viele Gemeinden um den Aufbau von Nachbarschaftshilfe. Näheres kann über die zuständigen Pfarrbüros telefonisch erfragt werden.
Auch alle Veranstaltungen in den Pfarrgemeinden und Einrichtungen der Katholischen Kirche in der Region Hannover fallen aus. Das betrifft sowohl größere Veranstaltungen wie Orgelkonzerte, Jubiläum oder Versammlungen als auch eher kleine kircheninterne Veranstaltungen wie Sitzungen von Gemeindegremien. Auch der „Publikumsverkehr“ in den Pfarrbüro wird stark eingeschränkt oder geschlossen.
Vom Montag an fällt auch der Unterricht in den katholischen Schulen in Hannover und der Region aus. Auch Tage religiöser Orientierung entfallen; Praktika werden ausgesetzt und nicht fortgeführt. Entsprechend der Anordnung des Kulturministeriums soll die Maßnahme bis einschließlich 18. April gelten. Für Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge soll eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler bis maximal Schuljahrgang 8 in Schulen angeboten werden. Dieser Empfehlung des Kultusministeriums werden die katholischen Schulen nach Bedarf folgen.
Die katholischen Kindertagesstätten in Hannover und der Region bleiben im gleichen Zeitraum wie die Schulen geschlossen. Hier können ebenfalls Notgruppen gebildet werden. Diese Notbetreuung soll in kleinen Gruppen stattfinden und auf das notwendige Maß begrenzt werden.
Auch der [ka:punkt], dem Treffpunkt und Beratungszentrum der Katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover, wird es deutliche Einschränkungen geben: Das Forum (der Café-Bereich) wird zunächst bis zum 19. April geschlossen bleiben. Alles Gottesdienste, Gebetszeiten und Veranstaltungen fallen bis zum 15. Mai aus. Die Beratung in den Beratungsstellen im [ka:punkt] erfolgt derzeit ausschließlich telefonisch oder online. Das gilt auch für die Offene Beratung im Forum, bei der Hilfesuchende bisher spontan und ohne Termin Rat suchen konnte. Sie findet nun zu den bisherigen Zeiten – montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr – telefonisch statt: 0511 270 739-13.